Mensch und Maschine im Wandel – Perspektiven auf Künstliche Intelligenz im Gespräch

Geschrieben in GymBo aktuell am
Zum Abschluss unserer Unterrichtsreihe wurde es für den Praktische-Philosophie-Kurs von Frau Bachmann der Jahrgangsstufe 9 am GymBo noch einmal besonders spannend: Wir bekamen Besuch von dem KI-Experten Konstantin Böhmer.

Im Unterricht hatten wir uns zuvor intensiv mit philosophischen Fragen rund um den Menschen, Technik und Künstliche Intelligenz beschäftigt. Dabei diskutierten wir unter anderem, was den Menschen eigentlich von einer Maschine unterscheidet und ob Künstliche Intelligenz irgendwann denken oder sogar fühlen könnte. Ausgehend von verschiedenen Zukunftsvisionen setzten wir uns außerdem mit Chancen und Risiken moderner Technologien auseinander und entwickelten zahlreiche Fragen für das Interview mit unserem Gast.

Herr Böhmer gab uns dabei spannende Einblicke in seinen Berufsalltag im Finanzbereich und erklärte, wie Künstliche Intelligenz dort bereits heute eingesetzt werde – vor allem bei der Analyse großer Datenmengen und zur Unterstützung verschiedener Arbeitsprozesse. Gleichzeitig machte er deutlich, dass KI derzeit noch nicht eigenständig in besonders verantwortungsvollen oder komplexen Bereichen handeln könne, da das Risiko von Fehlern weiterhin zu hoch sei. An entscheidenden Stellen bleibe der Mensch deshalb unverzichtbar.

Im Verlauf des Gesprächs wurde außerdem deutlich, dass KI unsere Arbeitswelt in Zukunft weiter verändern werde – ähnlich wie frühere technische Entwicklungen auch. Einige Tätigkeiten könnten dadurch zwar wegfallen, gleichzeitig entstünden jedoch neue Möglichkeiten: Menschen könnten sich stärker kreativen, sozialen oder anspruchsvolleren Aufgaben widmen.

Besonders interessant fanden wir die Frage, ob KI eines Tages tatsächlich „denken“ oder „fühlen“ könne. Herr Böhmer erklärte dazu, dass Künstliche Intelligenz zwar äußerst leistungsfähig sei, letztlich jedoch auf Berechnungen und Wahrscheinlichkeiten basiere. Ein echtes Verständnis von Welt, Bedeutung oder menschlichen Erfahrungen besitze sie nicht. Gerade darin liege weiterhin eine wesentliche Stärke des Menschen: Zusammenhänge zu erkennen, Situationen ganzheitlich zu erfassen und Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen.

Damit verbunden spielten auch ethische Fragen eine wichtige Rolle: Wo sollte der Mensch der Künstlichen Intelligenz bewusst Grenzen setzen? Welche Verantwortung tragen wir im Umgang mit dieser Technologie und ihrer zukünftigen Entwicklung? Im Gespräch wurde deutlich, dass KI neben vielen Chancen auch Risiken mit sich bringe. Gleichzeitig betonte Herr Böhmer, dass Künstliche Intelligenz kein eigenständig handelndes Wesen sei, sondern ein vom Menschen entwickeltes Werkzeug. Umso wichtiger sei es, ihren Einsatz kritisch zu hinterfragen und verantwortungsvoll zu gestalten.

Das Interview bot uns nicht nur spannende Einblicke in ein Berufsfeld, in dem KI bereits selbstverständlich genutzt wird, sondern zeigte auch, wie wichtig kritisches Denken in einer zunehmend digitalen Welt bleibt. Eine zentrale Erkenntnis des Gesprächs war deshalb: Auch wenn Künstliche Intelligenz vieles berechnen kann, bleiben echtes Verstehen, moralisches Urteilen und die Verantwortung für den Umgang mit dieser Technologie Aufgaben des Menschen.

Das Interview mit Konstantin Böhmer war somit nicht nur ein gelungener Abschluss unserer Unterrichtsreihe, sondern regte uns auch dazu an, über unseren eigenen Umgang mit technischen Entwicklungen und über die Zukunft des Menschen in einer zunehmend von KI geprägten Welt weiter nachzudenken.

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