Die Kultur verdankt sich mit ihren freiheitlichen Überzeugungen wie mit ihrem sozialen, diakonischen Verantwortungsbewusstsein gerade auch christlich begründeten Überzeugungen.

Aufgaben und Ziele

Der Religionsunterricht gehört zum Bildungsauftrag einer öffentlichen Schule.

Die Kultur, die unsere Lebenssituation prägt, verdankt sich mit ihren freiheitlichen Überzeugungen wie mit ihrem sozialen, diakonischen Verantwortungsbewusstsein gerade auch christlich begründeten Überzeugungen. Nur in Auseinandersetzung mit diesen Wurzeln, mit dem breiten Strom erzählter und gestalteter Lebens-und Glaubenserfahrung, lassen sich heutige Erfahrungen und Problemzusammenhänge deuten und Zukunftsperspektiven entwickeln. Auch in einer pluralen Gesellschaft ist deswegen religiöse Bildung in der Schule ein unverzichtbarer Faktor allgemeiner und individueller Bildung.

  • Es gehört zum Menschsein Fragen nach Sinn, Ziel und Begrenzung der menschlichen Existenz zu stellen. Diese Fragen wach zu halten und nach tragfähigen Antworten zu suchen ist damit die eigentliche Aufgabe des Religionsunterrichts.
  • „Der Religionsunterricht weckt und reflektiert die Frage nach Gott, nach der Deutung der Welt, nach dem Sinn und Wert des Lebens und nach den Normen für das Handeln des Menschen und ermöglicht eine Antwort aus der Offenbarung und aus dem Glauben der Kirche
  • er macht vertraut mit der Wirklichkeit des Glaubens und der Botschaft, die ihm zugrunde liegt, und hilft, den Glauben denkend zu verantworten
  • er befähigt zu persönlicher Entscheidung in Auseinandersetzung mit Konfessionen und Religionen, mit Weltanschauungen und Ideologien und fördert Verständnis und Toleranz gegenüber der Entscheidung anderer
  • er motiviert zu religiösem Leben und zu verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft.“

So sollen die Sinn-und Lebensfragen – insbesondere die heutigen Lebenserfahrungen der Schülerinnen und Schüler – in Korrelation und Dialog gebracht werden mit den Lebens-und Glaubenserfahrungen der biblisch-christlichen Überlieferung.

In einer Welt, die sich rasch verändert, die eine Fülle von Möglichkeiten der Lebensgestaltung bietet, aber zugleich Kinder und Jugendliche mit Problemen im Großen und Kleinen konfrontiert, möchte der Religionsunterricht zur Orientierung beitragen.

Die pluralistische Situation zur Kenntnis nehmen, heißt auch, die bestehenden Gegensätze

der Meinungen, Überzeugungen und Lebensformen auszuhalten und nicht zu verdrängen.

Die Schule braucht Räume, in denen die Vielfalt der Herkünfte, Positionen und Weltanschauungen in das gemeinsame Lernen integriert werden kann.

Der Religionsunterricht wird konfessionell als evangelischer und katholischer RU unterrichtet, er ist aber dem ökumenischen Dialog besonders verpflichtet, was sich in einer langjährigen guten und engen Zusammenarbeit beider Fachschaften (ER/KR) zeigt.

Er ist verpflichtend für alle evangelischen und katholischen Schülerinnen und Schüler, steht aber auch Schülerinnen und Schülern offen, die einer anderen religiösen Gemeinschaft angehören oder die keine religiöse Bindung, wenig oder keine religiöse Lebenspraxis aus ihrer Umgebung mitbringen.

Der Unterricht wird in allen Jahrgangstufen der Sekundarstufe I (Klasse 5-9) in zwei Wochenstunden, in der Sekundarstufe II (Jgst. 10-12) in drei Wochenstunden unterrichtet.