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A) Einstellungsgrößen Wie auch bei anderen filmsprachlichen
Kategorien ist Einstellungsgröße ursprünglich eine produktionstechnische
Kategorie. Dazu im Einzelnen: 1. Weit Häufig als Beginn oder Abschluss einer Handlungssequenz soll die Weiteinstellung Atmosphäre vermitteln, symbolische Bilder entwerfen, eine Handlung gefühlvoll / monumental eröffnen oder beschließen. (Beispiel: Die Eröffnungseinstellung von Westernfilmen, z.B. ein weites Tal zeigend.) 2. Total (T) Die Totale hat schon die Möglichkeit, Einzelnes erkennen zu lassen - eingebettet in eine Landschaft etwa. So besitzt sie häufig eine dramaturgische Funktion: Gezeigt wird die Handlung im Gesamtüberblick; der Zuschauer gewinnt Übersicht über das Geschehen, auch räumlich Orientierung. Die Totale ist also - im Gegensatz zur Weiteinstellung - stärker handlungsbezogen. ![]() 3. Halbtotal (HT) Man sieht jetzt Menschen von Kopf bis Fuß, kann ihre Handlungen insgesamt verfolgen; die Körpersprache ist gut zu sehen. Die Umgebung der Handelnden tritt stärker in den Vordergrund. ![]() 4. Halbnah (HN) In der Halbnaheinstellung sieht man Menschen etwa von den Knien an; die Beziehung von Figuren zueinander sind ebenso gut beobachtbar wie die kommunikative Situation. ![]() 6. Nah (N) Diese Einstellung entspricht etwa einem
Brustbild einer Person. ![]() 7. Groß (G) Diese Einstellung zeigt den Kopf eines
Menschen bis zum Hals bzw. Schulteransatz - die Wahrnehmung des Zuschauers wird
ganz auf die Mimik konzentriert. Insbesondere für die filmische Darstellung von
Gefühlen und Empfindungen ist sie von grosser Bedeutung für die
Rezeption. ![]() 8. Detail (D) In dieser Einstellung ist ein extrem
kleiner Ausschnitt einer Person oder eines Gegenstandes zu sehen - diese
erscheint riesig vergrößert, extreme Nähe des Betrachters wird
suggeriert. ![]() B) Perspektiven Ein elementares Mittel des Films für die Gestaltung und damit auch für die Wahrnehmungslenkung ist die Perspektive. Sie ist zwar kein genuin filmsprachliches Element, aber in keinem anderen Medium ist seine Bedeutung so groß wie im Film. Die unterschiedlichen Perspektiven haben drei - miteinander zusammenhängende - Funktionen: 1. Sie geben den Blick des Produzenten
(Regisseurs, Kameramanns/frau) 2. Sie geben dem Dargestellten eine jeweils unterschiedliche Qualität. 3. Sie drängen den Zuschauer - meistens
unmerklich, nur bei extremen Perspektiven für ihn sichtbar - in eine
Wahrnehmungsrolle. Er sieht mit der Kamera auf die perspektivisch gestaltete
Person bzw. das Geschehen und hat - wegen des Filmtempos - auch kaum Zeit, eine
Alternative zur angebotenen Perspektive selbst zu entwickeln. Man unterscheidet drei Grundtypen, wobei die Extrem-Perspektiven in reiner Form nur selten und bevorzugt in bestimmten Genres vorkommen, z.B. Psychothriller oder Satire. In der Regel haben wie es mit Mischformen zu tun. Grundform I: Normalsicht Die Kamerahöhe, aus der das Geschehen
aufgenommen wird, entspricht etwa der Augenhöhe eines erwachsenen Menschen (ca.1
,70m): Das entspricht am ehesten der Normalsicht der alltäglichen
Wahrnehmung. Grundform II: Froschperspektive (Untersicht) Diese Grundform kennzeichnet eine
Kameraperspektive, die von unten auf ein Geschehen, eine Person, eine Figur nach
oben blickt. das Abgebildete wird auf diese Weise verzerrt dargestellt, die
Proportionen haben sich verschoben, das Bild von Realität kann sich
verfremden.
Grundform III: Vogelperspektive (Aufsicht) So wird der Kamerablick von oben aus einer
erhöhten Position auf das Geschehen, eine Person, eine Figur nach unten
bezeichnet. Das kann, wie schon bei der Froschperspektive, handlungsmäßig
motiviert sein.
C) Kamerabewegungen 1. Kamerabewegung: Die Kamera hat einen festen Stand. 2. Kamerabewegung: Eine Kamera
macht einen Schwenk aus einer festen Position heraus mit einer Drehung in
der Horizontalen. 3. Kamerabewegung: Die bedeutendste
Kamerabewegung stellt die Fahrt dar. 4. Zoom: Beim Sonderfall "Zoom"
handelt es sich nicht um eine wirkliche Kamerabewegung, sondern um eine
Veränderung der Brennweite. 5. Subjektive Kamera: Bei diesem Sonderfall der Kamerabewegung soll - meist mit einer beweglichen Handkamera - Unmittelbarkeit des Dabeiseins dem Rezipienten durch Kamerabewegung vermittelt werden. D) Beleuchtung Ein weiteres wichtiges Element bei der Bildkomposition. Sie ist wesentlich bei der Gestaltung von Atmosphäre und Spannung. E) Mise en scène (Inszenierung) Der Begriff im engeren Sinne ist ein
filmkritischer Ausdruck für die bildkompositorische Inszenierung eines Films,
für die räumliche Anordnung der Figuren und Dinge im Bild - im Gegensatz zur
zeitlichen Anordnung der Bilder durch Montage. Im weiteren Sinne kann Mise en
scène heißen: Schauspielerführung. Lichtgestaltung, Kameraführung u.a.m.
F) Wort - Bild -Ton Beziehungen Wesensmerkmal der audiovisuellen Textsorte Film besteht in dem Zusammenspiel der drei unterschiedlichen Zeichensysteme Bild, Sprache und Ton, die in der Filmrezeption als Einheit erlebt werden und zum Teil in komplizierten Beziehungen zueinander stehen. 1. Sprache und Ton On-Ton: Die Tonquelle ist im Bild gleichzeitig sichtbar. Off-Ton: Die Tonquelle ist nicht sichtbar. 2. Einheit von Wort und Bild oder Wort-Bild-Schere Der Ton-Bild-Teppich, so wurde oben schon gesagt, wird in der Regel vom Zuschauer als Einheit erlebt und als integrierte Aussage verstanden. Bisweilen jedoch klaffen Bild und Ton oder Wort auseinander und es entsteht eine sogenannte Wort-Bild-Schere. (Beispiel: Tagesschau) 3. Musik Neben der Sprache ist die Musik das wichtigste Element des Zeichensystems "Ton". Musik illustriert bzw. kommentiert den
Handlungsablauf des Films und die Gefühle seiner Hauptfiguren, dies schließt
mögliche Kontrapunktierung und Leitmotivik ein. Man spricht des öfteren vom sog. "Hollywood-Ton-Stil". Dabei haben sich musikalische Muster gebildet, die durch ständige Wiederholung zum Klischee erstarrt bzw. zum Stereotyp geworden sind. (z.B. in Liebes- und Abschiedsszenen / Verfolgungsjagden, etc.) 4. Geräusche In der Filmtheorie wird den Geräuschen im
Film eine große Bedeutung beigemessen. G) Bedeutung filmischer Aussagen (Denotation und Konnotation) 1. Denotation Denotation heißt erst einmal ganz einfach formuliert: Die mit dem Zeichen (Wort, Bild) gemeinte Sachbezeichnung, die direkte, unmittelbare Bedeutung eines Wortes, Satzes oder Textes. 2. Konnotation Sie geht über die unmittelbare Bedeutung
filmischer Aussagen hinaus und bezeichnet das darüber hinaus Mitgemeinte, die
zusätzliche, häufig symbolträchtige Bedeutung. H) Montage Dieser für den Film zentrale Begriff meint in allgemeinster Form die Verknüpfung von mindestens zwei Einstellungen eines Filmes durch Schnitt oder Blende, die Organisation der Bilder in der Zeit. Einstellungen werden durch Schnitt oder Blende begrenzt, d.h. aber auch miteinander verbunden. Eine Folge von Einstellungen, die in einem inhaltlichen, räumlichen oder zeitlichen Zusammenhang stehen, nennt man Sequenz. Schnitt und Blende als teilende bzw. zusammenfügende Instrumente des Films sorgen nicht nur dafür, dass eine Handlung im Sinne einer bestimmten Intention weitergeführt wird, sondern legen auch den Rhythmus, die "Interpunktion" des Films fest. Dabei haben Schnitt und Blende unterschiedliche Interpunktionsqualitäten. Der harte Schnitt - zwei
Einstellungen unterschiedlichen Inhalts, unterschiedlicher Perspektive,
Einstellungsgröße, Beleuchtung usw. werden direkt aneinander montiert.
Sieben Grundtypen der Montage 1. Narrative Montageformen a) Szenische Montage
b) Erzählende Montage
2 Deskriptive Montageform c) Beschreibende Montage
d) Metonymische Montage
e) Vergleichende Montage
f) Symbolische Montage
g) Assoziative Montage
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