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Afghanistan
 
Inhalt
Großräumige Lage:
Hintergrund
1. Daten und Fakten
2. Räumliche Lage
3. Relief
4. Klima
5. Politisches System
6. Bildungswesen
7. Wirtschaft
8. Ursprung des Bürgerkriegs
9. Einschränkungen der Taliban über die Frauen und Männer in Afghanistan
 
Karte Afghanistan, 30K
 
Das Land
Hintergrund
Afghanistan wurde 1979 von der Sowjetunion überfallen und besetzt. Die UdSSR wurde 10 Jahre später von antikommunistischen Mudschaheddin-Kämpfern, die von den USA, Saudi Arabien, Pakistan und anderen unterstützt wurden, zurückgedrängt.
Die Kämpfe setzten sich danach unter den verschiedenen Mudschaheddin-Gruppierungen fort, jedoch konnte die fundamental-islamische Taliban-Bewegung den größten Teil des Landes erobern.
Neben dem noch immer andauernden Bürgerkrieg leidet das Land unter großer Armut, zerfallener Infrastruktur und weitverbreiteten Landminen.

1. Daten und Fakten
Landesfläche: 652090 qkm
Einwohner: 21,9 Mio.
Hauptstadt: Kabul (1,4 Mio. Einwohner)
Sprachen: Paschtu, Dari u.a.
Währung: 1 Afghani (AF) = 100 Puls
Zeit: MEZ + 3,5 h
Gliederung: 31 Provinzen
Religion: Muslime (99%): Sunniten (84%), Schiiten (15%); Sonstige (1%)
Ethnische Gruppen: Paschtunen (38%); Tadschiken (25%); Hazara (19%); Usbeken (6%); Sonstige (12%)
Urbanisierung: 20%
Einw./qkm: 34
Bev.-Wachstum/Jahr: 2,9%
Kindersterblichkeit: 15,2%
Alphabetisierung: 31,5%
davon
  Frauen 20,8%
Männer 51%
Einwohner pro Arzt: 6690
   

2. Räumliche Lage
Afghanistan ist ein Binnenstaat in Südasien. Es grenzt im Norden an Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan, im Osten und Süden an Pakistan und im Westen an den Iran.

3. Relief
Der größte Teil der Fläche Afghanistans ist Hochgebirge (Hindukusch). Der höchste Berg ist der Nowshak (7486m) im äußersten Nordosten des Landes. Die mittlere Höhe beträgt ca. 4270m, der niedrigste Punkt (Amu Darya) liegt 258m hoch. Im Süden, Westen und im Nordwesten geht das Hochgebirge in Mittelgebirge über. Im Süden und Südwesten Afghanistans haben sich abflusslose Wüstenregionen entwickelt.

4. Klima
Es herrscht arides bis semiarides Klima vor.
Die Höhenerstreckung beeinflusst das Klima in hohem Maß. Es reicht von Kontinentalklima mit hohen Temperaturschwankungen im Jahresverlauf im zentralen Hochland über Hochgebirgsklima bis zu subtropischen Bedingungen im Südosten und Osten. In Kabul betragen die mittleren Temperaturen 25 °C im Juli und -3 °C im Januar. Die Gesamtjahresniederschläge in Afghanistan insgesamt belaufen sich auf 305mm. Im Hochgebirge liegen sie bei 1300mm und in den Trockengebieten unter 100mm.


5. Politisches System
Afghanistan ist seit 1990 Islamische Republik. Seit 1989 leidet das Land unter dem Bürgerkrieg. Bis 2001 herrschte eine 6-köpfige Taliban-Regierung unter Vorsitz von Mullah Mohammed Omar (seit 27.09.1996); in der Öffentlichkeit trat für die Taliban oft Mullah Mohammed Rabbani auf.

6. Bildungswesen
Der Besuch der Grundschule ist kostenlos und es besteht eine Schulpflicht von sechs Jahren. Trotzdem liegt der Alphabetisierungsgrad bei nur 31,5 %. In Kabul gibt es eine Universität (1932 gegründet), in der 10 000 Studenten eingeschrieben sind. Eine weitere kleinere Universität befindet sich in Jalalabad.

7. Wirtschaft
Afghanistan ist ein extrem armer Binnenstaat, stark abhängig von Land- und Viehwirtschaft (Schafe und Ziegen). Während den zwei Jahrzehnten des Krieges, darunter die fast zehnjährige Besatzungszeit der Sowjetunion (die am 15. Februar 1989 endete), haben wirtschaftliche Aspekte gegenüber den politischen und militärischen Unruhen eine untergeordnete Rolle gespielt.
Während dieses Konfliktes floh ein Drittel der Bevölkerung aus Afghanistan, wovon der Iran und Pakistan zusammen zu bestimmten Höhepunkten über sechs Millionen Flüchtlinge aufnahmen. Anfang 2000 lebten zwei Millionen afghanische Flüchtlinge in Pakistan und ca. 1,4 Millionen im Iran.
Das Bruttoinlandsprodukt ist in den letzten 20 Jahren durch den Verlust von Arbeitskräften und Kapital sowie durch die Zerstörung von Handel und Transport stark gefallen. Schwere Dürre in den Jahren 1998-2000 kam zu den großen Schwierigkeiten des Landes noch hinzu. Die Mehrheit der Bevölkerung leidet noch immer am Mangel an Nahrung, Kleidung, Behausungen und medizinischer Versorgung. Die Inflation bleibt ein ernsthaftes Problem im gesamten Land.
1999-2000 dauerte der Bürgerkrieg weiter an, was die Wirtschaftspolitik und internationale Hilfsanstrengungen stark erschwerte.
Zahlenmäßige Daten und Statistiken sind so gut wie nicht verfügbar oder unzuverlässig. Afghanistan war im Jahr 2000 der mit Abstand größte Produzent von Opium-Mohnblumen. Der Rauschgifthandel ist eine der Haupteinnahmequellen des Staates.
   
8. Ursprung des Bürgerkriegs
Unter dem Vorwand, einen Streit unter der kommunistische Regierung Afghanistans beizulegen, marschierten am 27.12.1979 sowjetische Truppen in Afghanistan ein. Die wirklichen Gründe für das Vorgehen waren jedoch Ängste der Sowjetischen Regierung, die Kontrolle über Afghanistan zu verlieren, da zu dieser Zeit die Islamische Revolution im Nachbarstaat Iran ausgebrochen war. Durch den Militäreinmarsch sollte verhindert werden, dass sich der islamische Fundamentalismus auf die anderen islamischen Sowjetrepubliken ausbreitete.
Die verschiedenen rivalisierenden Volksgruppen und Clans in Afghanistan schlossen sich zur sog. "Mudschaheddin" (arabischer Begriff für „Kämpfer für den Glauben, der einen Feldzug gegen die Ungläubigen führt") zusammen. Nach der Vertreibung der sowjetischen Truppen (1989) und dem Sturz des letzten prosowjetischen Präsidenten von Afghanistan, Mohammed Nadschibullah (1992), fiel die Mudschaheddin auseinander. Sie verfielen in ihre alten Stammesrivalitäten und begannen 1992 einen Bürgerkrieg um die Macht in Afghanistan.
Die Taliban
Ende 1994 traten die radikal-islamischen Taliban-Milizen in den Bürgerkrieg ein. Die Gruppe der Taliban hatte sich unter afghanischen Flüchtlingen, vorwiegend Koranschülern, in Pakistan gebildet und strebte den Aufbau einer Gesellschaft in Afghanistan an, die auf den Grundsätzen des Koran basiert. Sie eroberten Ende 1996 die Hauptstadt Kabul, wobei sie von Pakistan unterstützt wurden, und ermordeten den früheren Staatschef Nadschibullah. Unter Mohammed Omar errichteten sie ein islamisches Emirat (allgem.: Bezeichnung für ein Fürstentum im Nahen od. Mittleren Osten) und führten dort strenge Verhaltensregeln für die Bevölkerung und insbesondere die Frauen ein (mehr dazu...). Im Juni 1997 kontrollierten die Taliban rund 80% Afghanistans, im Norden des Landes jedoch leistete die sog. Nordallianz unter Ahmed Massud weiter Widerstand. Dabei wurde sie von Russland und dem Iran unterstützt, da diese eine Ausbreitung der radikal-islamischen Taliban-Bewegung befürchteten.

Quellen:
Microsoft Encarta Weltatlas 2001
Microsoft Encarta Enzyklopädie 2001
Aktuell 2001, Harenberg Lexikon Verlag
CIA - The World Factbook: http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/af.html

9. Einschränkungen der Taliban über die Frauen und Männer in Afghanistan