Datenschutz, Impressum

7. Figuren

Flache Charaktere/Typen:
Figuren einfacher Art,  die sich durch einen entscheidenden Zug kennzeichnen lassen;

zwei  Sorten:

1.  Exzentriker/exzentrischer Typ: charakterisiert durch einen Zug von unverwechselbarer Einmaligkeit;  das Äußere der Figur häufig verzerrt/bizarr;

2.  zentrischer Typ / Zentriker: verkörpert eine einzige allgemeinmenschliche Eigenschaft  in extremer Ausprägung.

Runde Charaktere / wirklichen  Menschen ähnliche Personen:

seelisch vielschichtige  (komplexe)  Figuren,  die sich verändern bzw. entwickeln;  nicht wie Typen schwarz oder weiß gezeichnet;  zumeist  indirekt, d.h.  durch   Verhalten charakterisiert;  werden häufig mit einer Gegenfigur kontrastiert  (können sich so einer Typisierung annähern); v.a. in  seriösen realistischen  Romanen des  19.Jahrhunderts vorkommend;  im 20.Jahrhundert Zweifel  daran,  ob Individuum überhaupt beschreibbar  ist.

(Max Frisch z.B.fragt, ob Verhalten des Menschen nicht nur von gesellschaftlich geprägten Rollen bestimmt wird und ob sich dahinter ein Charakter ausmachen  lässt.)

Archetypische Charakterstrukturen:
Ausdruck kollektiver Phantasie der Menschen;  mythisch,  d.h.  vor-typisch und vor-individuell;  Archetypen sind einfach wie Typen bzw.  flache Charaktere und nicht seelisch vielschichtig wie komplexe Figuren bzw.  runde Charaktere. Sie sind jedoch  im Gegensatz zu beiden ursprünglicher bzw.  urtümlicher, sind bis  ins Altertum zurückzuverfolgen;  Frauen besonders oft auf Archetypen reduziert (durch männliche Sicht der Autoren bedingt)
(drei  besonders häufige weibliche Archetypen:  die unschuldig naive, gefügige Frau,  die verführerisch dämonische,  den Mann beherrschende Frau und die treue,  ehrbare Ehefrau (als Stereotyp oft v.a.  1  und 2  in Trivialromanen) männliche Archetypen:  der jugendliche Held,  der edle Wilde, der Verführer, der gutmütig Linkische; Kulturtradition kann auch neuere Figuren zu quasi-mythischen Wesen machen: Parzival,  Faust,  Don Quichotte,  Robinson Crusoe,  Schweyk)