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9. Spannung Spannung längs zur Zeit nennt GELFERT 'Longitudinalspannung', die quer zur Zeit 'Transversalspannung'. Longitudinalspannung : Prinzip, das allen Detektiv- und Abenteuerromanen zugrundeliegt; sie beginnen mit einer Anfangssituation, die den Leser auf spätere Ereignisse gespannt macht; drei Grundformen:
Transversalspannung: entsteht aus der Opposition zweier gleichzeitig bestehender Positionen von Figuren, die einander entgegenstehen; thematische, d. h. transversale Grundspannung in der Regel ergiebiger als handlungsorientierte Longitudinalspannung. Transversalspannung entsteht i. a. aus dem Gegensatz zweier widerstreitender Wertsysteme und drückt bei großen Dichtern zumeist Fundamentalprinzip ihrer Weltsicht aus. Deshalb ist es für die Interpretation besonders wichtig, die Spannungspole zu erkennen und ihre thematische Bedeutung freizulegen. Die gedankliche Tiefe z.B. der Werke Thomas MANNs (1875-1955) ist wesentlich in gegensätzlichen Charakteren begründet, die die Opposition zwischen Kunst und Leben bzw. Geist und Macht repräsentieren. |