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10. Schauplatz / Setting Ambiente: bezeichnet die soziale Umwelt nicht in ihrer Funktion als kausal-determinierendes Milieu, sondern als materiellen Ausdruck des gesellschaftlichen Lebensstils einer Person; Raum als Ambiente in erster Linie Wohnraum, Haus, Garten und Wohngegend als eine Fortsetzung der äußeren Erscheinung einer Figur, an der ja auch durch Kleidung, Haartracht u.ä. der gesellschaftliche Status zum Ausdruck kommt; wichtig v.a. für historische und Gesellschaftsromane, die oft Charaktere weniger differenzieren soziales Milieu: Umgebung hier nicht Widerspiegelung des sozial geprägten Charakters, sondern ihn selbst prägende Macht; i. a. intensiv als Unterschichtmilieu dargestellt, das seine Angehörigen am gesellschaftlichen Aufstieg hindert; v.a. in naturalistischen Werken (ca. 1880-1900) wichtiger Faktor gesellschaftlicher Determination atmosphärische Kulisse: Mittel der intensivierenden Darstellung von Gemütszuständen, die i.a. durch Witterungsverhältnisse untermalt werden (Glück-Sonne; Unglück-Regen); innere Zustände werden oft in stimmungsvolle Landschaftsbeschreibungen projiziert; v. a. in Schauerromanen (Gothic novels) und Sensationsromanen (Trivialliteratur) symbolische Kulisse: nicht nur Untermalung schauriger Handlung; die im Hintergrund mitlaufende Bildfolie übersetzt die Thematik des Romans in symbolische Bildbegriffe; z.B. bei DICKENS Bilder, die in Gestalt von düsteren, verfallenen Häusern eine gefängnishafte Enge und Erstarrung ausdrücken; auf der anderen Seite Bilder von Gewässern und regenfeuchten Sumpfgebieten, die ein Gefühl von Selbstverlust an eine grenzenlose Offenheit vermitteln; symbolische Kulisse oft in Erzähltexten der deutschen Klassik und Romantik, aber auch über realistische Romane hinaus bis in die Moderne wichtig. Mit Aufkommen der Psychoanalyse (Sigmund FREUD,1856-1939) und der Tiefenpsychologie (Carl Gustav JUNG,1875-1961) werden solche Bildvorstellungen wie Träume als Verschleierung verdrängter Sexualität (FREUD) bzw. als Ausformung von Archetypen des kollektiven Unbewussten (JUNG) gedeutet. |