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MERKMALE der NOVELLE:

Novelle: ('kleine  Neuigkeit') Erzählung meist in Prosa

  • eine real vorstellbare Begebenheit, die Anspruch auf Neuigkeit erhebt; Aktualität und Realitätsbezug unterscheidet sie von Märchen, Fabel, Legende
  • von zentralem Konflikt bestimmt, der zu einer Entscheidung geführt wird; hat im Gegensatz zur Kurzgeschichte also eine geschlossene Form
  • die auf den Konflikt konzentrierte Handlung ist i. a. einlinig und weist pointierte Höhepunkte und Wendepunkte auf; Plot ähnelt also häufig dem eines Dramas
  • der Konflikt ist inhaltlich oft ein Gegensatz von Außergewöhnlichem oder Neuartigem mit Normalem und Hergebrachtem; GOETHE betont neben dem  Neuen das Ereignishafte der  Novelle; definiert sie als ,,eine sich ereignete unerhörte Begebenheit"
  • Vorrang der Begebenheit vor den Personen unterscheidet  Novelle vom Roman, in dem die Figuren gegenüber den Ereignissen im Vordergrund stehen
  • im Gegensatz zum Roman Zurücktreten ausführlicher Schilderungen von äußeren Umständen und inneren Zuständen; an ihre Stelle treten Verdichtungsmittel wie Leitmotive und Ding- bzw. Zentralsymbole; in der Verwendung u. a. auch solcher Kunstmittel anders als Anekdote, Schwank und Kalendergeschichte.

Voraussetzung für die Novelle ist, dass Erzähler und Zuhörer noch im gleichen, zwar angegriffenen, im Grunde aber unbestrittenen Ordnungsgefüge zu Hause sind. In der pluralistischen  Welt des 20. Jahrhunderts verliert die Novelle ihren Boden (Bantel).