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2. Erzählform

berichtende Erzählung:  ausschließlich Vergangenheit, Erzähler bloß Berichterstatter,  deutliche Zeitraffung, keine einfühlende Beschreibung  innerer Vorgänge oder detaillierte szenische Ausmalung

Erzähler-Erzählung:  Erzähler nicht bloß Berichterstatter1,  sondern allwissend,  überschaut alles aus der Außenperspektive = auktorialer Erz.; kennt und kennzeichnet dabei  aber auch  innere Vorgänge;  kann- trotz epischen Präteritums - aktualisieren und vergegenwärtigen,  kann kommentieren

Ich-Erzählung:    2 Typen

1) Innenperspektive aus Sicht einer Person (Ich) z.B.  fiktive Autobiographie,  tagebuchartiges Lebensprotokoll (Dadurch,  dass das  Ich sein Leben rückblickend überschaut, ,Bescheid weiß', Ähnlichkeit mit auktorialem Erzählen - trotz der Beschränkung auf die  Ich-Perspektive!)

2) Ich am Rande,  als erzählender Zeuge,  nicht als Hauptperson: eine Art Außenperspektive,  aber von innerhalb der Erzählung (Wirkt  ,authentischer',  gern genutzt bei exotischem Geschehen, das dem Erzähler sozusagen stellvertretend für den Leser schon merkwürdig erscheint!)

,Erzählerlose'  Erzählung:  Erzähler kaum noch spürbar durch Verzicht auf ,Ich'  und auf Kommentare,  die aus  ,Allwissenheit'  zu kommen scheinen; Perspektive einer oder mehrerer Personen des Geschehens = personal  (‚persona' = Maske des Erzählers); trotz epischen Präteritums daher Eindruck gegenwärtigen Geschehens (beliebt im 20.Jh:  wirkt quasi-wissenschaftlich objektiv;  Rezipient durch Film gewöhnt an Vergegenwärtigung eines Geschehens ohne Vermittlung durch Erzähler)

personale Erzählung:  2 Typen

1. monoperspektivisch: das Geschehen wird durch eine Person gesehen;

2. multiperspektivisch:   das Geschehen wird durch  mehrere Personen gesehen (zu den Typen s.u. 3.:  Erzählperspektive)

Achtung: Erzählformen bzw. -perspektiven (s.o.Typen) treten selten ‚rein' auf! 


Verhältnis zu STANZEL  (für Germanistik-lnteressenten!):

STANZEL nennt nur 3,  schickt aber die grundsätzliche Unterscheidung zwischen ,berichtender Erzählung'  und  ,szenischer Darstellung'  vorweg.

STANZELs  Romantypologie basiert auf Erzählsituationen (auktorialer Roman, Ich-Roman1  personaler Roman).

GELFERTs Typologie basiert auf der Unterscheidung von Fiktionstypen (realistischer,  satirischer,  utopischer,  phantastischer Roman).  

Vergleich mit dem Medium Film zur Veranschaulichung des Gesagten:

Erzähler kann einen Film,  den er selbst hergestellt hat,  kommentarlos vor den Zuschauern  laufen  lassen  (= personale Situation); er kann wie der Femsehmoderator eines Dokumentarfilms neben oder zwischen den Bildern oder unsichtbar hinter der Kamera stehen und das Gezeigte kommentieren(= auktoriale bzw.  berichtende Situation); er kann auch selber  in der vorgeführten filmartigen  Bildfolge erscheinen  (= In allen 3 Fällen kommt aber ein weiteres Element ins Spiel: die Einstellung
und Führung der Kamera!

Beim Erzähler eines Romans:  die Erzähleinstellung.

Die Erzähleinstellung ist abhängig von: Perspektive, Blickwinkel, Stilhaltung