
Der Roman " Endstation für neun" , geschrieben von dem Ehepaar Per Wahlöö und Maj Sjöwall, handelt von der Aufklärung eines Kriminalfalles.
In einem Bus werden der Fahrer und alle acht Insassen tot aufgefunden. Eine Gruppe von Polizisten versucht diesen Massenmörder, der seine Opfer mit einer erschreckenden Brutalität ermordet hat, ausfindig zu machen. Zunächst fehlt ihnen jede Spur und der Fall soll schon abgelegt werden, als ein neuer Anhaltspunkt die Polizisten veranlasst den Fall erneut wieder aufzunehmen. Am Ende wird der Täter durch gegenseitige Unterstützung im Team überführt.
Per Wahlöö wurde 1926 in Lund, Schweden, geboren, machte nach dem Studium der Geschichte als Journalist Karriere, ging in den fünfziger Jahren nach Spanien und wurde 1956 vom Franco-Regime ausgewiesen. Er ließ sich nach längeren Reisen , die ihn um die halbe Welt führten, wieder in Schweden nieder und arbeitete dort als Schriftsteller. Zusammen mit seiner Frau Maj Sjöwall schrieb er einen Zyklus von zehn Kriminalromanen, die zu Welterfolgen wurden. Per Wahlöö starb 1975 in seiner Heimatstadt Lund.
Martin Beck ist seit 17 Jahren mit seiner Frau Inga verheiratet. Als er sie mit 17 Jahren kennen lernte, heirateten sie sofort und bekamen ihr erstes Kind . Seine Tochter Ingrid ist 16 Jahre alt und hat ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater. Ihr zweites Kind heißt Rolf. Sie wohnen zusammen in einer Wohnung in Bagarmossen, einem Ort in Schweden. Martin Beck arbeitet seit 25 Jahren bei der Reichsmordkommission in Stockholm. Bedingt durch seinen Ehrgeiz bei der Arbeit leidet sein Privatleben und er distanziert sich immer mehr von seiner Familie. Er überträgt seine schlechte Laune, die auf das schlechte Vorankommen in seinem aktuellen Fall zurückzuführen ist, schnell auf die Familie. Martin Beck denkt Tag und Nacht an seine Arbeit. Dadurch leben er und seine Frau sich immer mehr auseinander.
Martin Beck kann man in die Kategorie des Armchair Detektive einordnen, da er mit Hilfe seines Scharfsinns und seiner Kombinationsgabe alle Informationen so zusammenfügt, dass ein klares Bild vom Tathergang, dem Täter und seinen Motiven entsteht. Er bleibt stets ruhig und wirkt nachdenklich und intelligent. Mit seinem Kollegen Kollberg versucht er die Gerechtigkeit wieder herzustellen. Obwohl Martin Beck eine Familie hat, ist dieser Kollege seine Bezugsperson.
In einer Gruppe von Polizisten, teils aus anderen Regionen, versuchen sie, unter der Leitung von Martin Beck und Herrn Kollberg diesen Fall zu lösen. Nur in diesem Team ist es möglich, diesen komplizierten Fall so schnell wie möglich aufzuklären. Jeder hat seine Aufgabe von den beiden zugeteilt bekommen. Hierbei wurde nicht auf die Stellung bei der Polizei geachtet.
Martin Beck versucht von Anfang an die Situation im Bus nachzuvollziehen. Er macht sich viele Gedanken und schließt keine Möglichkeit aus. Außerdem führt er trotz seiner hohen Stellung auch selber Verhöre bzw. Gespräche und versucht dabei immer wieder neue Indizien zur Aufklärung des Falles herauszufinden.
Privat spielt Martin Beck gerne Schach mit seinem Kollegen Kollberg. Sie verbringen viele Abende zusammen und spielen Schach. Kollberg behauptet jedoch, dass er ein schlechter Schachspieler ist. Außerdem erfährt man von ihm, dass er den Regen hasst und kein sehr guter Musikkenner ist. Nicht nur privat ist er ein sehr ruhiger Typ. Auch bei der Arbeit wirkt er sehr gefasst, nachdenklich und bleibt in allen Situationen sehr sachlich. Er besitzt eine gute Menschenkenntnis, was für seinen Beruf sehr wichtig ist. Mit allen Typen von Menschen weiß er umzugehen. Obwohl seine Kollegen eine Art Respektsperson in ihm sehen, hat Martin Beck ein gutes Verhältnis zu ihnen. Trotz höherer Stellung nimmt er jeden kleinen Hinweis, auch von seinen untergestellten Kollegen, wahr.
Er möchte sich auf gar keinen Fall allein mit diesem Fall beschäftigen und so verteilt er Arbeiten und versucht seine Kollegen zum Mitdenken anzuspornen.
Martin Beck hat das Talent, dass er alles sehr schnell erfasst. Er ist sehr intelligent, weiß alle Hinweise sofort einzuordnen und lässt keine Möglichkeiten zur Überführung des Täters aus. Daran lässt sich feststellen, dass Martin Beck sehr pflichtbewusst arbeitet und sich für keine Arbeit zu schade ist.
Hierbei geht er sehr geordnet, nach Plan, vor. Er versucht den Fall so schnell wie möglich aufzuklären. Wenn das schnelle Vorankommen unmöglich scheint, wird er schnell ungeduldig. Dieses äußert sich jedoch nicht durch Aggressivität, sondern durch ständiges Beschäftigen mit dem Fall, auch in seiner Freizeit mit der Familie. Obwohl er versucht gefasst zu wirken, ist er trotz seiner langen Amtszeit bei der Polizei noch nicht abgehärtet und ist geschockt, als er die neun Leichen im Bus sieht.
Julia Fürst & Christiane Tiemann