Im Roman „Das Eishaus“ der englischen Krimiautorin Minette Walters tauchen zwei Detektivpersonen auf. Im Weiteren will ich auf eine von ihnen, Andy McLoughlin, näher eingehen.
Andy ist ein ca. dreißigjähriger Polizeibeamter der Dienststelle Silverborne. Sein Vorgesetzter dort ist Chief Inspector Georg Walsh. McLoughlin hatte eine 7-jährige Ehe mit Kelly, die ihn kurz zuvor wegen seines besten Freundes Jack Booth verlassen hat. Wegen dieses Rückschlags in seinem Leben hat er zur Zeit ein leichtes Alkoholproblem. Andy wird von seiner Umwelt hauptsächlich als dunkler, grüblerischer Mann mit kalten Augen wahrgenommen. Auch hinterlässt er manchmal den Eindruck, dass er ein „mieser kleiner Spießer“ ist. Trotzdem ist er bei den Frauen sehr beliebt.
Man kann Andy nicht genau einer bestimmten Typologie zuordnen, da er weder ein draufgängerischer Hardboiled Dick ist, noch ein nur über den Fakten grübelnder Armchair Detective . Aber alles in allem würde ich dazu tendieren, ihn dem Armchair Detective zuzuordnen, weil er am Ende vermehrt über die vorhandenen Fakten grübelt.
Bestimmte Bezugspersonen hat Andy im gesamten Verlauf des Romans nicht, da er, wie oben schon erwähnt, keinen guten ersten Eindruck hinterlässt. Seine Wohnung, die er mit seiner damaligen Ehefrau zusammen bezogen hatte, wirkt durch das viele Weiß und Chrom sehr steril. Am Ende des Romans stellt Andy fest, dass er nicht weiter in ihr wohnen möchte, da sie ihm so steril wie seine vergangene Ehe vorkommt.
Zu den typischen Verhaltensweisen von Andy zählt unter anderem sein immerwährendes, höhnisches Grinsen (welchem unter anderem der schlechte erste Eindruck vieler Personen zuzuschreiben ist.). Eine seiner Charaktereigenschaften sind seine „Nerven wie Drahtseile“. Sie werden gleich am Anfang des Romans, durch die schwer entstellte Leiche, auf eine harte Probe gestellt. Eine auf den ersten Blick nicht zu vermutende Charaktereigenschaft Andys ist, dass er sehr einfühlsam vorgehen kann. Dies beweist er unter anderem im Umgang mit einer psychisch labilen Zeugin, die er befragen muss. Eine sehr typische Verhaltensweise von Andy McLoughlin ist, dass er Fakten zu sehr vereinfacht. D.h., er sieht allgemein bekannte Tatsachen direkt als Wahrheit an, was natürlich nicht immer der Fall ist.
Da Andy McLoughlin ein Sergeant der Polizist ist, lässt er bei Ermittlungen seine Verbindungen und auch seine höhere Position spielen. Des Weiteren gehört die „normale“ Polizeiarbeit natürlich auch zu seinen Methoden. Dazu zählt unter anderem: Zeugen befragen, Fakten zusammentragen, Laufarbeit für seinen Chef erledigen, etc. Auf seine Intentionen wird im Roman nicht näher eingegangen, genauso wenig wie auf seine Motive.
Am Ende durchschaut er die vorliegenden Fakten und löst dadurch den Fall. Des Weiteren gewinnt er auch neue (negative) Erkenntnisse über seinen Chef, den er am Anfang des Buches noch gut leiden konnte. Außerdem will er eine neue Beziehung mit einer der Ex - Verdächtigen anfangen ,die ihm charakterlich sehr ähnlich ist. Er spielt zusätzlich mit dem Gedanken aus dem Polizeidienst auszuscheiden.
ã by Alexander Otto 2001