Ein Trainingsprogramm zur Steigerung personaler und sozialer Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern
Im Schulprogramm des Gymnasiums Borghorst war bis zum Jahr 2005 für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 die verbindliche Teilnahme an einer „Zukunftswerkstatt“ vorgesehen, die extern in einem Haus der Erwachsenenbildung von Kolleginnen und Kollegen des Gymnasiums durchgeführt wurde. Viele Kompetenzen, die in dieser „Zukunftswerkstatt“ trainiert und vermittelt wurden, waren in den letzten Jahren mehr und mehr in das Mittelstufenmethodenprogramm aufgenommen worden, und machten es notwendig für die Eingangsstufe der SEK II ein neues, weiterführendes Konzept zu entwickeln.
Nach Beschluss der Schulkonferenz vom 16. 6. 2005 wurde diese „Zukunftswerkstatt“ ab 2005 durch das Projekt Meisterwerker® abgelöst. Damit unsere Schülerinnen und Schüler der internationalen Dynamik von Wissenschaft und Wirtschaft standhalten können, entschied sich die Schulkonferenz für dieses von Prof. Dr. Wolfgang Böttcher und Dr. Michaela Brohm der Westfälischen Wilhelms-Universität entwickelte Kompetenztraining für Oberstufenschüler, welches auf die genauen Anforderungen von Universität und Wirtschaft zugeschnitten ist. Die vermittelten Kompetenzen können aber auch den Schülerinnen und Schülern schon während der Oberstufenzeit nützlich sein.
Meisterwerker® ist ein Kompetenztraining für Schüler/innen, das aus professionellen, berufsbezogenen Trainingskontexten stammt und am Lehrstuhl von Frau Prof.’ Dr. Michaela Brohm „Empirische Lehr-Lern-Forschung und Didaktik“ des Fachs Bildungswissenschaften an der Universität Trier weiterentwickelt wird. Inhaltlich bezieht sich das Trainingsprogramm zum Einen auf Forderungen der Arbeitgeber als auch der Gewerkschaften, die sich auf eine defizitäre Vermittlung von Schlüsselqualifikationen im schulischen Kontext beziehen. Zum Anderen stützt sich das Konzept auf aktuelle Forschungsergebnisse der Resilienzforschung. Resilienz ist die psycho-soziale Widerstandskraft eines Menschen, die ihn dazu befähigt, sich nach belastenden Erlebnissen rasch wieder zu erholen. Das Trainingsprogramm zielt darauf ab, die Schlüsselqualifikationen und die Resilienz der Schüler/innen zu stärken.
Es werden am Gymnasium Borghorst drei Module mit je 1 ½ Trainingstagen (insg. 40 Unterrichtsstunden) trainiert. In der ersten Einheit rücken Selbstmanagement und Selbstpräsentation in den Mittelpunkt. Die zweite Einheit befasst sich mit Teambildung und Netzwerkorganisation, um schließlich in der dritten Einheit das Verhältnis zwischen Arbeitsmarktorientierung des Individuums und Organisation (Bewerbertraining, Assessment Center, Grundlagen der Organisations- und Personalentwicklung) zu thematisieren. Wissenschaftliche Perspektive und pragmatischer Ansatz wurden in diesem Projekt zusammengeführt und befruchten sich gegenseitig.
Die Ausbildung endet mit einer Prüfung und einem Zertifikat, in dem die erlernten Inhalte dokumentiert werden.
Das Trainingsprogramm wird regelmäßig wissenschaftlich durch so genannte Pre- und Posttests von der Universität Trier evaluiert und dient der Schule als Grundlage für neue Entscheidungen.
Ansprechpartner
Herr Cardaun
