Eine Mensa zum Mieten

Bau am Gymnasium soll als Miet-Kauf-Modell entstehen

Weil der Stadt einerseits die Mittel fehlen, sie andererseits aber mit dem Beschluss, den Gebundenen Ganztag am Gymnasium Borghorst einzuführen, verpflichtet ist, den Schülern mittags ein Essen anzubieten, soll der Bau einer Mensa jetzt über ein Investorenmodell (Miet-Kauf) finanziert werden.

Der Bauausschuss hat in seiner nicht-öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend beschlossen, den Auftrag für die Erstellung eines ersten Entwurfs an das Grevener Architekturbüro Hillebrand & Welp (es hat bereits die Regenbogenschule geplant und die Marienschule erweitert) zu vergeben. Das Baudezernat, so erläuterte Technischer Beigeordneter Reinhard Niewerth die Auftragsvergabe, sei aufgrund der personellen Überlastung im Steinfurter Rathaus nicht mehr in der Lage, diese Arbeit selbst zu leisten.

Bei der Entwurfsplanung wird es zunächst um eine reine Quantifizierung bei der Aufgabenstellung gehen. In der dem Beschluss vorausgegangenen Diskussion hatte sich herauskristallisiert, dass von der Politik die Fläche an der Haselstiege als Standort für den Solitärbau favorisiert wird. Er soll etwa 300 Personen Platz bieten. Zusätzlich setzt sich der Vorstand der Stadtverwaltung dafür ein, den Bau auch als multifunktionellen Veranstaltungsraum nutzen (möglicherweise mit einer Bühne) zu können. Eine entsprechende Erweiterung würde nach ersten Schätzungen die Gesamtkosten um 250 000 Euro erhöhen.

Schulleiter Dr. Volker Gutberlet, dem in einer Sitzungsunterbrechung Rederecht eingeräumt wurde, appellierte noch einmal eindringlich an Politik und Verwaltung, das Verfahren nicht weiter auf die lange Bank zu schieben: „Das wäre für die Schule und die Qualität des Gebundenen Ganztags schädlich.“ Man könne am Borghorster Gymnasium nicht länger mit Provisorien leben. Sylke Lührs von der Schulpflegschaft fügte hinzu: „Es herrschen schon jetzt teilweise chaotische Zustände. Wir müssen verhindern, dass Eltern und Schüler zu Schulen im Umland abwandern.“

Der Entwurf wird nach den Sommerferien im Bauausschuss diskutiert. Damit soll ein Investor gesucht werden. An dem Planungsprozess sollen Schule, Verwaltung, Politik und gegebenenfalls auch die Vereine beteiligt werden.

WN vom 26.06.10 von Dirk Drunkemölle

26. Juni 2010 - 20:24 Uhr, von Webmaster